Nach wochenlanger Arbeit war es am gestrigen Samstag endlich so weit. Pünktlich um 11 Uhr öffnete die Anhalt-Arena in Dessau die Tore und kurz darauf kamen auch schon die ersten Teilnehmer und Zuschauer in die zur Darts-Arena umgestalteten zweitgrößten Sportstätte in Sachsen-Anhalt.

Alle 64 Einzelteilnehmer und 64 Teams waren pünktlich in der Halle und somit begrüßten wir beim 1. Dessauer Darts Masters insgesamt 209 aktive Teilnehmer. Auch die Zuschauer strömten fleißig in die Halle und verteilten sich auf den Bierbänken. Die weiteste Anreise des Tages hatten dabei drei Exil-Dessauer, die extra aus Hamburg gekommen sind. Weiterhin begrüßten wir Teams aus Brandenburg, Berlin, Niedersachsen, Leipzig oder auch Magdeburg. Die Organisatoren, unterstützt von vielen unermüdlichen Helfern der Darts Lounge Dessau, die am Vortag schon bis in die Nacht beim Aufbau geholfen haben, hatten alle Hände zu tun. Insgesamt bevölkerten nämlich 1000 Zuschauer die Arena und waren natürlich auch gespannt, was das Darts-Masters sportlich zu bieten hat.

Abus Dessau – der Favoritenschreck im Teamwettbewerb

Die ersten Überraschungen gab es dann im Teamwettbewerb. So haute die zweite Mannschaft des TSV 1894 Mosigkau in der 1. Runde einen Dartverein aus Berlin aus dem Turnier und überraschend schaffte es auch die SG Empor Waldersee bis ins Achtelfinale. Gleiches gelang den Dessau Volleys II und dem ESV Lokomotive Dessau. Nach und nach verkleinerte sich dann das Teilnehmerfeld und die favorisierten Dartclubs zeigten ihr Können. Doch zwei Teams aus Dessau wollten sich einfach nicht abschütteln lassen. Die Darts Lounge Dessau, bestehend aus Justin Milkow und Guido Bähr, hätte es fast ins Halbfinale geschafft. Gegen Fritze Bullmann II war jedoch Endstation. Nun richtete sich das Augenmerk auf Danny Lüngen und Enrico Saack. Das Handballteam der SG Abus Dessau – ein wahrer Favoritenschreck. Im Halbfinale besiegten die beiden Dessauer die Flying Angels aus Köthen und sicherten sich den Finaleinzug. Zum Endspiel versammelten sich dann viele Zuschauer und untersützten die SG Abus. Vor allem die Roßlauer Jungs, die Fans des Dessauer SV 97 und die Zabporters Dessau waren zu später Stunde bestens aufgelegt und sorgten für reichlich Stimmung. Im Finale standen sich nun die SG Abus Handball und der Dartclub Fritze Bullmann aus Brandenburg gegenüber. Die Dessauer legten los wie die Feuerwehr und gingen schnell mit 2:0 in Führung. Der Spielmodus: Best of 7. Es mussten also vier Legs gewonnen werden. Es wurde ein Krimi. Nach dem 3:3-Ausgleich der Brandenburger folgte der Entscheidungssatz. Und hier lieferten Danny Lüngen und Enrico Saack ordentlich ab. Zwei Scores über 100 bedeuteten noch 24-Restpunkte für die Dessauer, während Fritze Bullmann bei noch 122 Punten Rest stand. Enrico Saack positionierte sich an der Linie und der zweite Pfeil sorgte dann für die Erlösung. Eine faustdicke Überraschung, die SG Abus Dessau Handball gewinnt den Team-Wettbewerb beim 1. Dessauer Darts Masters.

Milkow aus Dessau im Finale beim Einzelwettbewerb

Der Einzelwettbewerb ließ im Gegensatz weniger Überraschungen zu. “Im Team zu spielen ist für viele einfach ungewohnt. Man kommt durch die Wechselei auch leichter aus dem Rythmus”, erklärte Guido Bähr aus Dessau, der die erste 180 im Turnier warf. Für Bähr und die meisten der Dessauer war spätestens in der zweiten, bzw. dritten Runde Schluss. Zu stark war die Konkurrenz der Dartclubs. Doch mit Justin Milkow vom DRHV 06 hatten die Dessauer noch ein Eisen im Feuer. Kein Zufall, nahezu jeden Tag hatte Milkow vor der Veranstaltung am Dartboard geübt und auch ein örtliches Turnier in Dessau gewonnen. Im Halfinale hatte er es mit Jens Möller zu tun und diesen konnte der Dessauer schließlich besiegen. Somit wieder ein Finale mit Dessauer Beteiligung. Milkow traf auf Michael Rugies aus Zerbst. Ein Spiel auf hohem Niveau und es wurde richtig spannend. Auch im Einzelwettbewerb ging es beim Stand von 3:3 in den Entscheidungssatz. Und hier zeigte Rugies seine Klasse. Auch Milkow spielte gut, kam immer wieder hinterher, wenn der Zerbster vorgelegt hatte. Doch am Ende setzte sich Michael Rugies mit einer bärenstarken Leistung im Entscheidungssatz durch und gewann letztlich verdient den Einzelwettbewerb.

Sechs 180er, eine 128 als höchstes Finish

Insgesamt wurde beim Turnier sechs mal die 180 geworfen. Die höchste Aufnahme, die mit drei Dartpfeilen erzielt werden kann. Im Vergleich dazu: Bei der Darts WM 2019 in London wurde die 180 insgesamt 708 mal geworfen. Nagut, das sind eben aber auch Profis. Dafür gab es mit einer ausgecheckten 128 ein schönes Höchstfinish bei unserem Turnier. Erzielt von einem Berliner Team gegen die HFC Fans aus Dessau. Nach zweimal der Triple 20 blieben noch acht Punkte Rest, die mit der Doppel vier ausgecheckt wurden. Ein tolles Finish und dabei musste das Leg in der 1. Runde noch gar nicht mit einem Doppelfeld beendet werden.

Fast 1000 Zuschauer, Preise für beste Stimmung und Kostüm

Der Andrang war riesig. Nicht nur auf die begehrten Startplätze, sondern auch auf die Plätze auf den Bierbänken. Die waren nämlich schnell komplett belegt und so machten sich die nachkommenden Fans auf der Tribüne breit. Insgesamt zählten wir im Laufe des Tages ca. 1000 Zuschauer. Viele von ihnen kamen verkleidet, weshalb Moderator Robert Ralph vor den Finals den Sieger für das beste Kostüm per Abstimmung ermittelt hat. Gewonnen haben “Fräsi” und “Otto” mit ihrem lilanen Vikinger-Kostüm. Der Preis für die beste Stimmung ging verdienter Weise an die Rosslauer Jungs.

Das 1. Dessauer Darts Masters – Ein Experiment

“Ein Experiment in Dessau” sagte Mitveranstalter Ralph Hirsch vor dem Event in der örtlichen Presse. Ein gelungenes Experiment? Die Veranstalter, Team Sportstadt, Anhalt Sport und das Sportamt Dessau, sind sich einig: Natürlich gibt es in der Summe einige Kleinigkeiten, die noch zu verbessern sind, bzw. die ausbaufähig sind. Doch aufgrund der vielen Zuschauer und auch Dank des tollen Feedbacks der Teilnehmer war das 1. Dessauer Darts Masters ein voller Erfolg.


Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here